Sportangebote für SeniorInnen

Körperliche Bewegung verbindet sieben Vorteile: Der Kreislauf wird angeregt, die Durchblutung steigt, die Atmung vertieft sich. Durch die Bewegungen wird die Muskelkraft erhalten, Koordination und Gleichgewicht gefördert. Gleichzeitig wirkt Sport wohltuend auf die Psyche: Die Gemeinschaft stärkt den Zusammenhalt der Gruppe, besonders mit Übungen zur Kooperation. Einsamkeit und Antriebslosigkeit können auf diese Weise gemildert werden. Studien haben bewiesen, dass regelmäßiger Sport bei leichten bis mittelgradigen Depressionen so wirksam sein kann wie Medikamente.

Umso wichtiger ist ein abwechslungsreiches Fitnessprogramm, das möglichst viele unterschiedliche Interessen abdeckt.

 

Tanz

In vielen Einrichtungen gibt es Sitztanz und Rollatortanz. Eine spannende zusätzliche Möglichkeit ist der „Seniorentango“, in dem einfache Schrittfolgen mit Tangomusik verbunden werden. Vielleicht gibt es im Stadtteil eine Volkstanzgruppe, die sich über einen kostenlosen Proberaum freut? Dafür dürfen die SeniorInnen zuschauen und mitmachen, ein Gewinn für beide Seiten.

 

Gymnastik

Klassischerweise findet Gymnastik mit Senioren auf dem Stuhl statt, da die Kraft und Standfestigkeit häufig nicht für freie Bewegungen im Stehen ausreicht. Oft wird die Sitzgymnastik mit Musik verbunden, um attraktiver und schwungvoller gestaltet zu werden.

Auch saisonale Varianten sind möglich, so beispielsweise die „Skigymnastik mit Stöcken“.

Auch in klassische Gruppenangebote am Tisch können zwischendurch Bewegungspausen eingebaut werden, kleine Dehnungen und Lockerungen für den Nacken-Schulterbereich tun allen gut: “Gymnastik: nacken und schultern lockern“.

Als Variante bietet sich Atemgymnastik an, deutschlandweit einzigartig ist die „Atemfreude“: Hier werden ganzkörperliche Übungen schwungvoll mit Atemtraining verbunden. Im Rahmen einer moderierten Geschichte nehmen die SeniorInnen in jeder Stunde an einem neuen Erlebnis teil: Sie unternehmen eine Kreuzfahrt, renovieren ein Zimmer für das (Ur-)Enkelchen, machen eine Bergwanderung oder besuchen ein Künstleratelier. So können auch demenziell veränderte Personen den Übungen gut folgen, weil sie spielerisch und indirekt angeleitet werden. Hier reisen wir gemeinsam in eine schwedische Hütte: Atemfreude: Urlaub in der schwedischen Hütte.

 

Ballsport für Senioren

Wem die klassische Gymnastik zu langweilig ist, kann eine Ballsportgruppe anbieten. Neben Übungen im Sitzen, wo sich in Reihen oder im Kreis Bälle zugespielt werden, können die Bälle auch im Laufen mit dem Rollator Einsatz finden. Ergänzt durch Fangen, Werfen und Balancieren der Bälle entwickelt sich ein abwechslungsreiches Programm, mit dem besonders die älteren Herren angesprochen werden können, die sonst wenig Gefallen an Gymnastik finden.

Probieren Sie die Aktivierungsangebote: “Aktive Tischrunde mit dem Softball” oder “Ballonspiel“.

Showgruppe

Ein besonderes Highlight ist die Erfindung einer Showgruppe, die bei Festen im Haus auftritt. Hier werden einfach Tänze und leichte Kunststücke eingeübt, wodurch die Koordination und das Gedächtnis angeregt werden. Die SeniorInnen müssen sich die Bewegungen, ihre Reihenfolge und das Tempo merken, was hervorragend kognitive Leistungen trainiert.
Der Einsatz von Tüchern, Bällen, Seifenblasen und anderen farbigen Materialien motiviert und schafft tolle Effekte!

Entspannungsangebote

Yoga, Tai Chi und Qi Gong können wunderbar im Sitzen angeboten werden. Die langsamen, ruhigen Bewegungen kommen den Wünschen hochaltriger Menschen sehr entgegen. Es gibt gesonderte Anleitungen für „Stuhlyoga“, in denen klassische Yogaübungen entsprechend angepasst wurden.
Auch die fünf Sinne können in Entspannungsübungen sanft angeregt werden, wie in dieser duftenden Handmassage:

Spaziergangsgruppe

Eine Gruppe aus fitten SeniorInnen, die paarweise mit unsicheren PartnerInnen unterwegs ist, verbindet zwei Vorteile: Einerseits bewegen sich die Teilnehmenden an der frischen Luft, andererseits stärken sie durch die paarweise Durchführung ihre Beziehung untereinander. Dennoch sollte die Gruppe personell gut begleitet werden, um Sicherheit zu geben. Dabei können kürzere Strecken und längere Wege einander abwechseln, viele SeniorInnen freuen sich über eine kleine Gymnastik auf der Wiese. Wenn eine Mitarbeiterin mit einem tragbaren Instrument (Geige, Blasinstrument, Akkordeon) die Gruppe begleitet, wird der Spaziergang zu einem richtigen Highlight!

Gartengruppe

Wer sich mit Gartenarbeit beschäftigt, weiß, wie gut sie als Ganzkörper-Workout taugt: Bücken, beugen, strecken, heben – alle Körperteile werden im Garten beansprucht. In gemäßigter Form können die SeniorInnen in einer Gartengruppe beim Harken, Äpfel pflücken und Blumen pflanzen helfen. Beim Pflanzen sollten bevorzugt Balkonkästen oder Töpfe genutzt werden, die auf einen Tisch gestellt werden, damit sich die SeniorInnen nicht so weit hinab beugen müssen. Auch Hochbeete sind zum Bepflanzen, Pflegen und Ernten praktisch!

Generationenübergreifende Angebote

Wenn Kinder und Seniorinnen gemeinsam turnen, entstehen vielfältige Wechselwirkungen: Die SeniorInnen werden ganz natürlich und spaßbetont zu Bewegung angeregt, während die Kinder geduldige PartnerInnen haben. Einerseits profitieren die hochaltrigen Mneschen vom Schwung der Kinder, der sie mitreißt, andererseits lernen die Kinder, Geduld mit den langsameren Reaktionen der SeniorInnen zu entwickeln. Gemeinsame Ballspiele, Tänze mit Tüchern, Fühlaufgaben mit gefüllten Bohnensäckchen oder ein Ausflug auf den Spielplatz bieten für beide Seiten viel Abwechslung.

Lachyoga

Lachyoga regt sanft den Kreislauf an, verbessert das Miteinander in der Gruppe und vertieft durch die Zwerchfellbewegungen des Lachens die Atmung sehr effektiv. Der Blickkontakt und die Reaktionsgeschwindigkeit untereinander werden trainiert. Stimmungslieder können eingebaut werden, um auch das Gedächtnis anzuregen. Wiederkehrende Elemente wie „Ho, ho, ha ha ha!“ mit Klatschen und Rufen geben auch Menschen mit demenziellen Veränderungen einen klaren Ablauf vor und bieten dadurch einen geschützten Rahmen. Für alle Jahreszeiten bietet „AktivierenPlus“ Lachyoga-Stunden an, hier zum Beispiel „Lachyoga im Herbst“.

Gedächtnistraining durch Bewegungen

Verschiedene Konzepte zur Verbindung von kognitiven Leistungen und Bewegung sind in den letzten Jahren veröffentlicht worden. Dabei lernen die SeniorInnen Bewegungsabläufe, sollen Arme und Beinen miteinander koordinieren und das Gleichgewicht stärken. Die Reaktionsgeschwindigkeit wird dabei ebenso angesprochen wie das Kurzzeitgedächtnis, das immer wieder Reihenfolgen abrufen soll. Als leichten Einstieg bietet sich das „Bewegen nach Buchstaben“ an.

Auch ein Gang durch die Einrichtung kann in der Einzelbetreuung mit einer Einheit zum Gedächtnistrainig verbunden werden: hier.

Dieser Artikel wurde von der Autorin Marie Krüerke erstellt. In einer Hamburger Senioren-Residenz leitet sie Gruppen und Veranstaltungen. Bei Vincentz Network erhältlich sind ihre Bücher Atemfreunde und Gruppenspiele für gute Laune.

Dieser Artikel wurde von der Autorin Marie Krüerke erstellt. In einer Hamburger Senioren-Residenz leitet sie Gruppen und Veranstaltungen. Bei Vincentz Network erhältlich sind ihre Bücher Atemfreunde und Gruppenspiele für gute Laune.