„Advent, Advent, ein Lichtlein brennt“
Einstieg (optischer Reiz)
In der Mitte des Stuhlkreises können sich folgende Gegenstände befinden: rotes Tuch, Adventskranz, gefüllter Nikolaussack, Nüsse, Weihnachtsgebäck, gebastelte Sterne.
Hinführung zum Thema mit Fragen
1.Was fällt Ihnen zum Thema „Advent“ ein?
- Ankunft des Herrn
- Adventskranz
- Adventskalender
- Nikolausabend
- Plätzchen backen
- gemütlicher Winterabend
- Vorfreude auf Weihnachten.
2.An welche bekannten „Heilige“ erinnern wir uns besonders im Advent?
- 11.11. St. Martin,
- 04.12. Hl. Barbara – der Kirschzweig wird ins Wasser gestellt,
- 06.12. St. Nikolaus – der Nikolausabend wird gefeiert,
- 13.12. Hl. Lucia – die Lichterkönigin (besonders in Schweden),
- 21.12 Hl. Thomas – Wintersonnwende.
3.Wie schmücken Sie Ihren Adventskranz?
- 4 große Kerzen (Farben sind individuell)
- nur eine dicke Kerze in der Mitte
- Schleifenband
- Nüsse, Mandeln
- getrocknete Apfel- oder Orangenscheiben
- kleine rote Äpfel
- Zimtstangen
- weihnachtliche Holzfiguren
- Lebkuchen
- Springerle (traditionelles Gebäck aus Schwaben).
4.Was wissen Sie über die Symbolik des Adventskranzes?
- Johann Hinrich Wichern, ein evangelischer Theologe und Erzieher, hat im Jahr 1839 zum ersten Mal den Adventskranz aufgestellt.
- Er bestand aus 20 kleinen roten Kerzen und 4 großen weißen Kerzen.
- Die roten Kerzen standen für die Farbe der Liebe.
- Die 4 weißen Kerzen symbolisierten die 4 Himmelsrichtungen oder auch die 4 Jahreszeiten.
- Der Kranz bestand aus immergrünen Tannenzweigen, welche für Hoffnung und ewiges Leben stehen.
- Der Kranz selbst wurde schon immer rund gebunden. Das ist ein Zeichen für Auferstehung und Sieg.
5.Was fällt Ihnen zum Begriff „Nikolaus“ ein?
- Heiliger Bischof von Myra
- weißer Bart
- alter, freundlicher Mann
- rotes, prachtvolles Gewand
- große, schwarze Stiefel
- Mitra (Kopfbedeckung)
- Bischofsstab (von der linken Hand gehalten)
- goldenes Buch
- Apfel, Nuss und Mandelkern
- Nikolausabend
- Gedicht aufsagen
- Aufregung.
6.Was fällt Ihnen zum Begriff „Ruprecht“ ein?
- Dunkler Geselle
- furchteinflößende Gestalt
- großer Sack
- Aufregung, Angst
- Krampus
- Bartel
- Schmutzli (Schweiz)
- Klausen (Allgäu)
- Bullerklaus (Norddeutschland)
- Beelzebub, Pelzrock, Hans Muff (Rheinland).
7.Welches bekannte Nikolauslied kennen Sie?
Lasst uns froh und munter sein
Lasst uns froh und munter sein
und uns in dem Herrn erfreu‘n.
Lustig, lustig, trallerallera,
bald ist Nikolausabend da. Bald ist Nikolausabend da.
Dann stell ich den Teller auf,
Niklaus legt gewiß was drauf!
Lustig, lustig, trallerallera,
bald ist Nikolausabend da. Bald ist Nikolausabend da.
Wenn ich schlaf, dann träume ich,
Jetzt bringt Niklaus was für mich.
Lustig, lustig, trallerallera,
bald ist Nikolausabend da, Bald ist Nikolausabend da.
Wenn ich aufgestanden bin,
Lauf ich schnell zum Teller hin.
Lustig, lustig, trallerallera,
bald ist Nikolausabend da, Bald ist Nikolausabend da.
Niklaus ist ein guter Mann,
Dem man nicht g‘nug danken kann.
Lustig, lustig, trallerallera,
bald ist Nikolausabend da. Bald ist Nikolausabend da.
(Volksweise aus dem Hunsrück)
8.Welches bekannte Nikolausgedicht kennen Sie?
Knecht Ruprecht
Von drauß vom Walde komm ich her,
ich muss Euch sagen, es weihnachtet sehr!
All überall auf den Tannenspitzen
sah ich goldene Lichtlein blitzen.
Und droben aus dem Himmelstor
sah mit großen Augen das Christkind hervor.
Und wie ich so strolcht durch den finsteren Tann,
da rief‘s mich mit heller Stimme an:
„Knecht Rupprecht“, rief es, „alter Gesell,
hebe die Beine und spute dich schnell!
Die Kerzen fangen zu brennen an,
das Himmelstor ist aufgetan.
Alt und Junge sollen nun
von der Jagd des Lebens einmal ruhn.
Und morgen flieg ich hinab zur Erden,
denn es soll wieder Weihnachten werden!“
Ich sprach: „O lieber Herre Christ,
meine Reise fast zu Ende ist.
Ich soll nur noch in diese Stadt,
wo‘s eitel gute Kinder hat.“
„Hast denn das Säcklein auch bei dir?“
Ich sprach: „Das Säcklein, das ist hier:
Denn Äpfel, Nuß und Mandelkern
essen fromme Kinder gern.“
„Hast denn die Rute auch bei dir?“
Ich sprach: „Die Rute, die ist hier.
Doch für die Kinder, nur die schlechten,
die trifft sie auf den Teil, den rechten.“
Christkindlein sprach: „So ist es recht.
So geh mit Gott, mein treuer Knecht!“
Von drauß, vom Walde komm ich her,
Ich muss euch sagen es weihnachtet sehr!
Nun sprecht wie ich‘s hierinnen find!
Sind‘s gute Kind, sind‘s böse Kind?
(Theodor Storm)
9.An welche Weihnachtsgewürze erinnern Sie sich gern?
- Zimt
- Nelken
- Ingwer
- Kardamon
- Anis
- Pfeffernuss
- Muskatnuss
- Zitronat
- Orangeat.
10.Welche Weihnachtsplätzchen essen Sie gern?
- Ausstecher Plätzchen
- Anisplätzchen
- Zimtsterne
- Spekulatius
- Springerle
- Butter-S
- Spritzgebäck
- Bettmännchen
- Hildabrötchen
- Vanillekipferl
- Lebkuchen
- Haselnussmakronen
- Kokosmakronen
- Terrassen.
11.Welches bekannte Weihnachtsgebäck kennen Sie außerdem?
- Dresdner Stollen
- Früchtebrot, Hutzelbrot
- Aachener Printen
- Nürnberger Lebkuchen
- Nürnberger Elisenlebkuchen
- Linzer Schnitten aus Österreich
- Panettone aus Italien.
12.Welchen bekannten Weihnachtsmarkt kennen Sie?
- Nürnberg (Christkindlmarkt)
- Dresden (Strizelmarkt)
- Stuttgart
- München
- Straßburg
- Wien
- Salzburg
- Meran
- Zürich
- Basel
- Einsiedeln
- Birmingham
- Manchester
- Chicago (dort gibt es sehr viele deutsche Spezialitäten).
13.Was verbinden Sie mit dem Begriff „Weihnachtsmarkt“?
- Weihnachtlich dekorierte Marktstände
- Weihnachtsdekoration für Zuhause
- Strohsterne
- Nussknacker
- Weihnachtslieder
- Weihnachtsmusik
- Lebkuchenhäuschen
- Krippen und Krippenzubehör
- Holzfiguren aus dem Erzgebirge
- Kerzen
- Gewürzstände
- Glühwein und Punsch
- heiße Bratwurst
- Maronimann
- gebrannte Mandeln
- Magenbrot.
Körperliche Mobilisation
Dazu passende Aktivitäten
- Weihnachtsdekoration basteln.
- Gemeinsam mit Kindergartenkindern Adventslieder singen.
- Gemeinsames Plätzchenbacken.
- Vielleicht ein Lebkuchenhäuschen backen und verzieren.
- Einen Weihnachtsmarkt besuchen.
- Einen Nikolausabend mit Nikolaus und Rupprecht gestalten.
Vorlesen: Die besinnliche Adventszeit
Stellen Sie sich in Gedanken die gemütliche Adventszeit so wie Sie diese früher erlebt haben vor. Bereits am 11. November, am Sankt Martinstag, begann bei Ihnen im Haus die Vorfreude auf Weihnachten.
Traditionell gibt es bei Ihnen Zuhause an diesem Tag eine leckere Martinsgans mit Rotkohl und Knödel. Das ist für die Kinder im Haus immer etwas ganz Besonderes, denn meist kommen die Großeltern und einige Ihrer Verwandten zu Besuch. Sie denken gern an dieses gemütliche Essen im Kreise der Großfamilie und an die besinnliche Adventszeit in Ihren Kindertagen zurück.
Die Tage werden merklich kürzer und die Abende am warmen Ofen in der gemütlichen, großen Küche werden immer länger. Nun beginnen bereits die Vorbereitungen für Weihnachten. Die Mutter schneidet die getrockneten Früchte, die im Herbst von den eigenen Bäumen geerntet und danach im Kachelofen langsam getrocknet wurden, am großen Küchentisch klein. Zwetschgen, Äpfel und Birnen verarbeitet sie im leckeren Früchtebrot nach einem alten Familienrezept. Dieses wird streng gehütet und immer von Generation zu Generation weitergegeben.
Während dieser Zeit bindet der Vater den Adventskranz aus den frischen, sattgrünen Tannenzweigen. Diese Zweige hat er vom freundlichen Förster des Dorfes bekommen. Der Duft der Tannen durchzieht das ganze Haus. Sie dürfen diesen Kranz dann gemeinsam mit der Mutter verzieren. Vier dicke, rote Kerzen werden auf den Kranz gesteckt und danach kommen noch gesammelte Tannenzapfen, Nüsse und rote gebundene Schleifen dazu. Alle sind stolz auf diesen wunderschönen Adventskranz.
Die Mutter selbst ist während der Adventszeit meist sehr beschäftigt. Immer wenn Sie von der Schule nach Hause kommen, zieht ein unbeschreiblich leckerer Plätzchenduft durch das Haus. Bei Ihnen Zuhause werden immer viele Plätzchensorten gebacken, denn vor Weihnachten machen Sie gemeinsam mit der Mutter zahlreiche Besuche bei einsamen Menschen und dabei bringen Sie gerne eine Tüte mit selbstgebackenen Plätzchen mit.
Auch Sie dürfen der Mutter beim Backen helfen. Zuerst natürlich werden die Hände gründlich mit Kernseife gewaschen. Danach werden das Mehl, der Zucker und die Butter sorgsam abgewogen, denn bei der Weihnachtsbäckerei richtet sich die Mutter immer penibel genau nach den Angaben im Rezept. Je nach Art des Gebäcks werden dann getrocknete Früchte, gemahlene Mandeln, Nüsse oder Schokolade und Vanillezucker dazugegeben. Die Eier bringt meist die Eierfrau persönlich vorbei und auch die müssen immer ganz frisch sein.
Die weihnachtlichen Gewürze sind immer ein besonderer Genuss. Zimt, Anis, Nelken oder Lebkuchengewürz, diese Aromen gehören einfach zu Weihnachten dazu. Bei Ihnen Zuhause werden meist die Sorten:
- Ausstecher,
- Butter-S,
- Kokosmakronen,
- Bärentatzen,
- Haselnussmakronen,
- Terrassen,
- Vanillekipferl,
- Spritzgebäck,
- Schwarz-Weiß-Gebäck
- und Lebkuchen gebacken.
Mit den Lebkuchen beginnt die Mutter die Weihnachtsbäckerei, denn dieses Gebäck sollte einige Wochen gut durchziehen. Oh je, Sie erinnern sich noch daran, wie Sie sich als Kind einmal an die Lebkuchendose geschlichen haben, um sich an diesem besonderen Gebäck zu erfreuen. Doch leider waren die frisch gebackenen Lebkuchen noch „steinhart“ und schmeckten überhaupt nicht lecker. Diese Erfahrung wird Ihnen immer in Erinnerung bleiben. Nie wieder haben Sie an den Lebkuchen vorzeitig genascht. Erst im Laufe der Wochen wurden die Lebkuchen weicher und saftiger und an Weihnachten selbst war es dann immer ein besonderer Hochgenuss, diese Leckereien zu verkosten.
Nach den Lebkuchen backt die Mutter die Stollen und das Früchtebrot. Hierbei darf man sie nicht stören, denn die Zutaten sind sehr kostbar und es wäre ärgerlich, wenn diese reichhaltigen Gebäckstücke nicht perfekt gelingen würden.
Die Mutter verwendet frische Hefe, die Sie als Kind immer portionsweise beim Kaufmann oder direkt beim Bäcker geholt haben.
Die Zutaten für den Hefeteig werden schon am Abend zuvor in der Küche bereitgestellt, damit alle Lebensmittel die gleiche Temperatur haben. Das ist wichtig für das perfekte Gelingen. Ihre Mutter ist eine perfekte Bäckerin und Köchin und auch heute noch denken Sie mit Freude an diese besondere Begabung Ihrer lieben Mutter zurück.
Bei den einfachen Plätzchen, wie zum Beispiel dem Buttergebäck, dürfen die Kinder immer mithelfen.
Das ist eine Freude. Jedes der Kinder hat seine „Lieblingsfiguren“. Ob es ein Tannenbaum, eine Ente, ein Engel, ein Stern oder ein Mond ist, alle Kinder sind mit Feuereifer bei der Sache. Da wird der Teig mit dem großen Wellholz ausgewellt, ausgestochen, mit Eigelb bestrichen und mit bunten Perlen oder Nüssen verziert.
Bereits nach kurzer Zeit liegen die Plätzchen auf dem Blech und werden in den vorgeheizten Ofen geschoben.
Wenn die Köstlichkeiten dann gebacken sind, werden diese in großen Blechdosen, sehr zum Leidwesen der Familie, an einem „geheimen Ort“ aufbewahrt. Wie schade, aber da ist Mutter nicht zu erweichen. Die köstlichen Plätzchen dürfen erst am Heiligen Abend gekostet werden.
Neben der Weihnachtsbäckerei erinnern Sie sich auch noch gern an die „Nussabende“ im Kreise der Familie. Ab und zu wird dann die rote Kerze am Adventskranz angezündet und der Vater oder die Mutter erzählen Adventsgeschichten aus ihrer Kindheit. Anschließend werden in froher Runde im Schein der Kerzen die Walnüsse mit dem Nussknacker aufgeknackt. Das sind eigene Nüsse, denn draußen im Hof steht ein uralter, riesengroßer Nussbaum und Sie erfreuen sich jedes Jahr an der Menge der Nüsse.
Es sind meist viel zu viele Nüsse und deshalb bekommt immer der Pfarrer im Ort einen großen Sack davon.
Von ihm wissen Sie, dass er am 5. Dezember, am Vorabend des Nikolaustages die bedürftigen Familien im Dorf besucht und ihnen Nüsse und allerlei Leckereien bringt.
Auch zu Ihnen ins Haus kommt immer der Nikolaus und der Knecht Rupprecht. Für diesen besonderen Abend haben Sie und Ihre Geschwister selbstverständlich Lieder und Gedichte auswendig gelernt, um diese dann dem doch etwas „gefürchteten Paar“ vorzutragen. Obwohl Sie wissen, dass der als Nikolaus verkleidete Mann Ihr Onkel ist, so haben Sie vor ihm und seinem bärtigen, dunklen Gesellen doch ziemlich großen Respekt.
Es ist immer sehr spannend, wenn der Nikolaus sein „goldenes Buch“ aufschlägt und aus dem Zettel der Mutter die guten und die schlechten Taten vorliest. Doch wenn dann am Ende „Apfel, Nuss und Mandelkern“ aus dem Sack herauskommen, dann strahlen die Kinder um die Wette. Sie denken noch gerne an diese schöne, längst vergangene Zeit zurück und gute Erinnerungen keimen in Ihnen auf.
Während der Adventszeit wird bei Ihnen Zuhause oft gemeinsam eifrig gebastelt. Die Fenster des Hauses sollten weihnachtlich geschmückt werden. Aus buntem Pappkarton schneiden Sie Sterne und Figuren aus, die die Mutter zuvor aufgemalt hat. Oftmals werden diese Bastelarbeiten noch mit buntem Transparentpapier verziert. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. An manchen Nachmittagen basteln Sie auch Strohsterne oder Fröbelsterne für den Christbaum. Das ist aber eine etwas mühevollere Aufgabe die meist die größeren Kinder erledigen.
„Wo gehobelt wird, da fallen Späne“, so sagt ein altes Sprichwort. Und bei Ihnen im Haus wird auch gehobelt, allerdings von den Jungen. Gemeinsam mit dem Vater sägen und hobeln die Buben und stellen wunderschöne Laubsägearbeiten her. Diese Arbeiten sind dann meist Weihnachtsgeschenke und viele davon zieren die Wände bei Ihnen Zuhause.
Überall wird gewerkelt, gebastelt und gebacken. Die Adventszeit ist in jedem Jahr eine besondere Zeit. Besondere Arbeiten, aromatische Düfte und eine beruhigende Atmosphäre breitet sich im ganzen Haus aus.
Heute herrscht in dieser Zeit vor Weihnachten oftmals eine große Hektik, doch früher in Ihrer Kindheit oder später, als Sie gerade eine junge Familie waren, haben Sie diese Zeit immer sehr genossen. Sicherlich denken Sie gerade an diese Zeit von damals gern zurück.
Sie erinnern sich noch einmal an:
- die Bastelarbeiten aus Holz, Pappe oder Stroh,
- an die gemütlichen Nussabende im Kreise der Familie,
- an den spannenden Nikolausabend mit Nikolaus und Knecht Rupprecht,
- an den köstlichen Duft der Weihnachtsbäckerei, der das ganze Haus durchströmt hat,
- an die fleißigen Arbeiten in der Küche
- sowie an den herzhaften, traditionellen Gänsebraten am Martinstag.
Zusätzliche Informationen
Autor Maria MetzgerSchwerpunkte SInnesaktivierung und Förderung der kognitiven Fähigkeit
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